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In dieser Fortsetzung meines ersten Artikels möchte ich ein wenig tiefer in das Thema einsteigen und damit gleichzeitig ein paar Leserfragen beantworten.

Ich liebe Überschriften, die meinen Verstand innehalten lassen. Das sieht dann so aus, dass mich die Zeilen verwirren oder sich befremdlich anfühlen. Im Grunde ist es eine Rebellion meines Verstandes, dass solch ein Satz einfach so nicht stehen bleiben kann.

Für mich ist dieses immer ein klarer Hinweis, dass dann das Geschriebene gegen fest verankerte Bollwerke von Glaubensätzen in meinem Innersten prallt und diese ins Wanken gebracht werden sollen. Es liegt einfach in der Natur unseres Verstandes, diese hochgezogenen Mauern in mir zu verteidigen. Man nennt es auch „Recht haben wollen“.

Solltest du dieses in meinem vorherigen Artikel in einigen Passagen so empfunden haben, dann möchte ich dich beglückwünschen. Denn alles was dich „antriggert“ hat zu 100% etwas mit dir selbst zu tun – nicht mit mir oder irgendeinem anderen Menschen auf diesem Planeten.

Dieses ist meine Erfahrung und von nichts anderem möchte ich in meinen Artikeln berichten.

Reflektiere das, was du gezeigt bekommst

Ich sage gerne: Glaube mir kein Wort – sondern mache deine eigenen Entdeckungen und überprüfe das, was ich hier schreibe für dich selbst. Ich habe nur ein Bitte. Überprüfe es nicht mit deinem Verstand sondern mit deinem Herzen. Sei mutig und öffne deinen Geist – du wirst nicht weniger finden als deine persönliche Freiheit.

Natürlich ist mir bewusst, dass das Leiden in dieser Welt allgegenwärtig ist. Und auch ich habe immer noch Phasen, wo ich leide. Der Unterschied ist heute bei mir nur der: Ich bin noch traurig, aber ich bleibe nicht mehr traurig.

„Denn alles was dich „antriggert“ hat zu 100% etwas mit dir selbst zu tun.“

Denn mir wird immer bewusster, dass wenn ich traurig bin, ich in genau diesem Moment einen stressigen Gedanken glaube. Und im Hinblick auf dieses aktuelle Leiden ist das meine ganz persönliche, freiwillige Entscheidung. Denn entweder ich glaube diesen stressigen Gedanken weiter oder eben nicht.

Das mag wieder sehr pragmatisch klingen. Und doch ist nach meiner Erfahrung, diese einfache Erkenntnis, ein unglaublich elementarer Schritt in ein befreiteres Lebensgefühl geworden.

Den Film des Leidens einfach abschalten

Wir kennen alle das Phänomen, dass wir bei einem Film mitleiden können, da wir uns manchmal so gut in die Lage der Charaktere des Spielfilms hineinversetzen können. So manche Packung Taschentücher ist hier schon mal bei drauf gegangen. Oder wir fiebern bei der Fußball-WM mit und sind aufgeregter als der Spieler auf dem Platz. Dabei müssen wir selbst den entscheidenden Elfmeter gerade gar nicht schießen.

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Nach dem Elfmeterkrimi oder rührenden Spielfilm legt sich die Emotion oftmals sehr schnell wieder. Denn der Fernseher ist ja abgeschaltet und das Fußballspiel eben vorbei. Wir wissen, es war ja nur im Fernsehen...

Wie wäre es, wenn dieses Phänomen auch auf deine stressigen Gedanken im ganz normalen Leben übertragen werden könnte?

Denn genau das ist es, was ich damit gemeint habe: ich bin verletzt, wenn mich jemand kritisiert, aber ich bleibe es nicht. Es ist wie mit dem Knopfdruck auf dem Fernseher - nachdem ich ihn ausgeschaltet habe ist der "leidvolle Film" vorbei.

Nun wird sich vielleicht der ein oder andere fragen: Wie genau soll ich das jetzt im Alltag anstellen? Wo gibt es diesen Ausschalter, wenn ich mal wieder ganz tief drin stecke in so einer Leidensbox?"

Die Wahrheit ist: alles fängt an, seinen eigenen Gedanken mit Verständnis zu begegnen. Entsprechende Tipps habe ich auch im ersten Teil dieser kleinen Serie schon gegeben und ich möchte sie im letzten Teil noch einmal etwas konkretisieren.

Bis dahin wünsche ich dir eine gute Zeit.

Alles Liebe,

Dein Jörg.

 

3. und letzter Teil dieser Serie folgt...