Die Beziehung retten ist grundsätzlich möglich.
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Wenn du deine Beziehung retten willst, musst du dich erstmal selbst retten

Für viele Menschen ist das Streben nach einer harmonischen und glücklichen Beziehung eine permanente Lebensaufgabe geworden. All unser Glück, all unsere Erfüllung suchen wir oftmals in unserem Traumpartner.

In diesem Artikel möchte ich aus meiner Sicht schildern, warum dieses ewige Streben soviel Leiden in unseren Köpfen auslöst und wie ein möglicher Ausweg aus diesem Dilemma aussehen kann und dir ein paar Beziehungstipps geben.

Dazu ist es wichtig, zunächst ein paar grundlegende Dinge zu verstehen. Das wird dir helfen, deine Beziehung zu retten, da du einen ganz neuen Blickwinkel auf die wirklichen Probleme und deren Ursache erhältst.

Auch ich bin Mensch, auch ich liebe, fühle und atme. Und auch mir ist dieser Wunsch nach einer harmonischen Zweisamkeit nicht fremd, im Gegenteil. Ich kenne Beziehungskrisen nur zu gut.

Warum wir schon vor einer Beziehung den falschen Grundstein gelegt haben

Im Grunde statten wir unseren Traumpartner oder Traumpartnerin oftmals schon mit vielen guten Merkmalen in unserer Vorstellung aus und das obwohl, wir diese Person noch gar nicht im Hier und Jetzt getroffen haben.

Trotzdem wissen wir meistens sehr genau, was er/sie für Vorzüge haben soll oder welche Attribute lieber nicht.

Hier beginnt meiner Meinung nach schon der erste Schritt in das Dilemma und der Grundstein für eine „Liebe mit Bedingungen“ wird damit von uns (un)bewusst bereits gelegt.

Sicherlich keine guten Voraussetzungen um 1. einen Partner überhaupt zu finden, der diesen Ansprüchen oder Vorstellungen genügt und 2. unbefangen und offenherzig an dieses Thema heranzugehen.

Doch keine Sorge, selbst auf diesem Grundstein aufgebaut, ist eine Beziehung nicht zum Scheitern verurteilt – im Gegenteil.

 

 

Unsere Partner sind unsere größten Lehrer

Nach vielen Jahren in einer Beziehung habe ich gelernt, dass ein Partner ein perfekter Spiegel für mich ist. Vor allem in den Momenten, als mich mein Gegenüber mal wieder zur Weißglut getrieben hat.

Besonders geärgert hat es mich damals, wenn mir keine gebührende Aufmerksamkeit geschenkt wurde, insbesondere in den Phasen, als mich meine geballten Sorgen und Ängste immer wieder übermannten.

Nachdem ich mich immer mehr mit meinem Denken und Bewusstsein beschäftigte, wurde mir eine Sache immer klarer. Alles was ich jemals von meinem Partner wollte, wollte ich von mir selbst.

Das fehlende Gegenstück, der Traumpartner, ist  also nur das, was ich aufgrund meiner Illusionen in meinem Kopf nicht mehr tief in mir selbst spüren und finden kann.

Der Zugang zu meinem Herzen versperrt, verschanzt hinter den sabotierenden Glaubensmustern meines Verstandes. Alles was ich von meinem Partner will ist auch in mir - aber in meinem eigenen Gedankengefängnis ist mein Blickwinkel sehr beschränkt und ich tappe diesbezüglich im Dunkeln.

Und das ist meiner Meinung nach einer der Gründe, warum Beziehungsprobleme oder Liebeskummer überhaupt entstehen. Im Grunde ist es nur ein Fehler im eigenen Denken.

Was ist überhaupt ein "Fehler"?

Nun - was soll ein Problem überhaupt grundsätzlich sein? Im Grunde doch nur eine Annahme, das etwas nicht richtig ist, so wie etwas gerade läuft oder sich zeigt.

Wer beurteilt das eigentlich? Wer sagt, dass etwas ein Fehler ist? Schaue dir vielleicht mal dieses Bild an.

Rette Dich selbst - dann rette die Beziehung
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Für den einen ist dieser Schirm unharmonisch und völlig "fehl" am Platz. Für den anderen ist es ein Ausdruck von Vielfalt, der erst einen wunderbaren Kontrast zu den schwarzen Schirmen entstehen lässt. In jedem Fall hat dieser Schirm seine Daseinsberechtigung, ganz einfach weil er da ist.

Ein Fehler ist also meiner Meinung nach immer eine eigene Wahrnehmung. Ein Gedankenkonstrukt, eine eigene geglaubte Vorstellung, die sich nicht mit der Wirklichkeit deckt.

Wenn ich den Glauben an einen Fehler fallen lassen kann, brauche ich auch keine Lösung mehr und erspare mir das ständige Grübeln und Suchen nach eben genau dieser.

Der perfekte Spiegel

Es gab eine Phase in unserer Beziehung, in der ich meinem Schatz auswich und nicht mehr in die Augen schauen konnte. Es war soviel Wut und Schwere in mir, wenn ich in in der Nähe dieses Menschen war.

Diese Person war an allem Schuld - ohne "meine besser Hälfte" wäre ich besser dran, dachte ich damals. Ich hätte am liebsten meine Koffer gepackt und die Beziehung als gescheitert erklärt.

Tipps, wie Du Deine Beziehung ehrlich und vom Grunde auf retten kannst

Überprüfe Deine Gedanken auf deren Wahrheitsgehalt hin.

Wie ich schon schrieb, kam der Wandel mit dem konsequenten Hinterfragen meiner Gedanken.

Ist es wirklich wahr, dass mein Partner Schuld an meiner Misere ist?

Stimmt es, dass ich ohne meinen Partner besser dran bin?

Ich fing an, meinen Gedanken mit Verständnis zu begegnen und mir wurde zusehends klarer, dass ich in meinen eigenen, tiefen Abgrund schaute, wenn ich meinem Schatz in die Augen sah.

All der Schmerz, all die Wut und Trauer die ich dort in den Augen meines Partners sah, war ich selbst. Diese Erkenntnis traf mich hart und erschrak mich zu Tode. Und gleichzeitig war diese Erkenntnis zuckersüß und klang wie eine angeschlagene Stimmgabel wohlig in mir nach.

Ich erkannte, dass alle Macht zu mir zurückfloss. Ich konnte wieder selbstbestimmt meine Beziehung retten - denn ich brauchte dazu nur meine eigene Welt retten.

Es war alles verdreht - genau umgekehrt.

"Mein Schatz sollte mir mehr Aufmerksamkeit geben" wurde zu:

,,Ich sollte mir mehr Aufmerksamkeit geben."

"Mein Schatz sollte sich meiner Ängste und Sorgen mehr annehmen" wurde für mich ehrlicher und echter, wenn ich zu mir sagte :

,,Ich sollte meine Ängste und Sorgen mehr annehmen."

In dieser Quintessenz des wirklichen Erkennens war mein Geist offen, der Zugang zu meinem Herzen wieder hergestellt und mein Verstand, dieser liebenswerte, launige Schwindler, für einen Moment zum Schweigen gebracht.

 

 

Fortsetzung folgt...

Alles Liebe,

Dein Jörg

 

PS: Mein Schatz, ich danke Dir dass ich so offen hier über uns Schreiben durfte, um anderen Menschen Mut zu geben, die eigenen Beziehungsprobleme aus einem ganz neuen Blickwinkel zu sehen. Schön, dass es Dich gibt.